Projekte 2025
Newsletter 2025
MusiCare im Einsatz:
Musik auf neuen Stationen
Liebe Wegbegleiter*innen,
in einer Zeit des Innehaltens und des Rückblicks kommt zum ersten Mal der MusiCare-Newsletter in Ihr Postfach. Seit der Vereinsgründung vor zwei Jahren ist MusiCare stetig gewachsen: Heute umfasst unser multiprofessionelles Team aus Musiker*innen und Musiktherapeut*innen 16 ordentliche Mitglieder. Wir alle sind verbunden durch die Überzeugung, dass unser Angebot Musik auf Station im Gesundheitskontext heilsame Räume öffnen kann.
2025 war für MusiCare ein bewegtes Jahr. Dank Förderungen der Stadt Wien und des 15. Bezirks konnten zwei Projektwochen im Pflegeheim Haus Schmelz umgesetzt werden. Zudem wurde MusiCare für den National Call von Arts for Health Austria ausgewählt – eine wertvolle Anerkennung unserer Arbeit. Im Rahmen der Förderung „Kunst trifft Gesundheit“ war MusiCare erstmals auch außerhalb des AKH tätig – in den Kliniken Landstraße (Kardiologie) und Hietzing (Neurologie und Palliativmedizin).
Neben der künstlerischen Arbeit auf Stationen präsentierten wir unsere Erfahrungen auf Veranstaltungen und Tagungen im In- und Ausland. Mitglieder von MusiCare lehren zudem an der mdw Wien und der KUG Graz und führen Studierende in die Praxis des personenzentrierten Musizierens ein, in Kooperation mit der Radioonkologie am AKH Wien und dem Uniklinikum Graz.
Zum Jahresausklang danken wir für das Vertrauen der Patient*innen, die Offenheit der Stationsteams sowie die Unterstützung unserer Kooperationspartner*innen und der Fördergeber. Dankbar sind wir für all jene Momente, in denen Musik Nähe, Trost oder Lebendigkeit schenken durfte.
Wir wünschen Ihnen besinnliche Feiertage und ein neues Jahr voller heilsamer Klänge.
Berichte von den Projekttagen
Haus Schmelz
Im Oktober und November war MusiCare an vier Tagen im Senior*innenheim Haus Schmelz vom Verein Häuser zum Leben zu Gast. In zwei Teams gestalteten wir personenzentrierte Improvisationen für die Bewohner*innen auf den Pflegestationen sowie zwei Konzerte für die Tagesfamilien.
Das Heim bot einen ganz neuen Rahmen für unsere Arbeit außerhalb des Spitals, vermittelt durch eine Kooperation mit dem benachbarten minciospace_.Trotz des ungewohnten Settings zeigten sich vertraute Wirkungen: Bei den Konzerten und Improvisationen sangen Bewohner*innen bekannte Schlager und Wienerlieder voller Freude mit, manche begannen Geschichten aus früheren Zeiten zu erzählen…
Unvergessen bleibt ein besonderer Wiener Walzer: Eine Pflegekraft forderte eine Bewohnerin zum Tanz auf, woraufhin eine ausgelassene Stimmung sich im Raum ausbreitete. In ruhigeren Momenten hatten die Musiker*innen das Gefühl, einzelnen Menschen ein Stück innere Ruhe schenken zu können. Und immer wieder hörten wir die Frage: „Wann kommt ihr wieder?“
Klinik Landstraße
Es gab eine bunte Vielfalt musikalischer Begegnungen – vom persönlichen Kontakt am Krankenbett bis zu spontanen Konzerten auf den Stationsgängen. Gespielt wurden Walzermelodien, Coldplays „Viva la Vida“, der Schlager „Mamatschi, schenk mir ein Pferdchen“, ein Haydn-Solo auf dem Cello – bei dem eine sonst zurückhaltende Patientin lachend mitdirigierte – sowie Kärntnerlieder, Pink-Floyd-Arrangements und sogar ein spontanes Didgeridoo-Beatles-Mashup – auf dem Fagott!
Immer wieder meldete das Personal zurück, dass Musik den Alltag spürbar erleichtert und Freude verbreitet. Im Gespräch mit dem klinikinternen Radio-Podcast wurde der Wunsch geäußert, Musik auf Station regelmäßig stattfinden zu lassen.
Klinik Hietzing
Palliativmedizin
Ein kurzes Auftaktkonzert öffnete den Raum, sanfte, wohltuende Melodien aber auch Bekanntes wie der Kaiserwalzer fanden Resonanz. In den Zimmern entfaltete sich Musik ganz individuell und zeigte ihre vertraute Wandlungsfähigkeit: Ein älterer Herr freute sich über einen alpinen Landler; ein jüngerer Patient begeisterte sich für die große stilistische Bandbreite - von Kalinka und Mittelalterrock bis zu Vivaldi; eine reduzierte, beinahe atmende Mozart-Fassung berührte spürbar einen ehemaligen Kapitän.
Neurologie
Ob am Krankenbett, im Gang oder im Sozialraum – Musik bewegte auch hier. Ein Patient – ein ehemaliger Turniertänzer – erhob sich zum Tanz, ein anderer hielt eine kleine Adventsansprache über Hoffnung und Licht. Pflegekräfte zeigten sich tief beeindruckt davon, welche Facetten ihrer Patient*innen durch Musik zum Vorschein kommen konnten.
Ein besonderes Geschenk machte uns der Wiener Gesundheitsverbunds (WiGeV): ein PR-Team des WIGEV begleitete unseren Einsatz in der Neurologie der Klinik Hietzing. Daraus entstand das obige Video und ein kurzer Bericht im Wiener Bezirksblatt .
Ausblicke 2026
Für 2026 planen wir die erfolgreich gestarteten Kooperationen weiterzuführen und mit neuen Förderungen auszubauen. Der auf den Stationen vielfach geäußerte Wunsch nach einer Fortsetzung bestärkt uns darin. Zudem wird Musik auf Station erstmals im Landeskrankenhaus Mürzzuschlag umgesetzt. Parallel entwickeln wir personenzentrierte Konzertformate für Wien Modern und den Carinthischen Sommer. Wir sind überzeugt, dass Musik auch in vielen anderen noch zu erschließenden Kontexten ihre verbindende und häufig heilsame Wirkung entfalten kann.
MusiCare freut sich über außerordentliche Mitglieder, die mit ihrem Jahresbeitrag die Aktivitäten unseres Vereins unterstützen. Bei Interesse Bitte um Kontaktaufnahme unter www.musicare.org.





